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John Lydon feiert 70. Geburtstag: Punk-Ikone bleibt unverändert provokant

Bild: KI

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John Lydon wird 70 und damit rückt eine Figur ins Rampenlicht, die wie kaum eine andere für die Widersprüche des Punk steht: einst der Inbegriff der kalkulierten Provokation als „Johnny Rotten“ bei den Sex Pistols, später der eigenwillige Kopf von Public Image Ltd (PiL) – und bis heute ein Kommentator, der sich ungern irgendwo einordnen lässt. Zum runden Geburtstag am Samstag, 31. Januar 2026, greifen mehrere aktuelle Berichte den Spagat zwischen Legendenstatus, Dauer-Reibung und überraschend massentauglichen Auftritten wieder auf.

John Lydon mit 70: Punk-Ikone, Provokateur und plötzlich „Masked Singer“

Vom „No Future“-Schlachtruf zur langlebigen Marke Johnny Rotten

John Lydons Karriere ist eng mit einem Satz verbunden, der die Punk-Ära wie ein Stempel prägte: „No future“. In den späten 1970er-Jahren wurde er als Frontmann der Sex Pistols zur Projektionsfläche einer Bewegung, die sich gegen Konventionen, Autoritäten und das Selbstverständnis der britischen Gesellschaft stellte. Der Künstlername „Johnny Rotten“ war dabei nicht nur Image, sondern Programm: aggressiv, anti-elitär, unberechenbar.

Dass ausgerechnet diese Figur 2026 ihren 70. Geburtstag feiert, wirkt wie ein Kommentar der Popgeschichte auf sich selbst. Denn Punk, einst als Gegenwartsschock gedacht, ist längst Kulturgeschichte. Lydon bleibt jedoch ein Symbol dafür, wie sehr eine radikale Geste die Popkultur dauerhaft verändern kann – auch dann, wenn die ursprüngliche Szene längst musealisiert wird.

Die Überraschung zum Geburtstag: familientaugliche TV-Unterhaltung

Aktuelle Berichte stellen Lydon nicht nur als Punk-Veteran dar, sondern betonen eine Episode, die für viele Fans irritierend und zugleich typisch ist: seinen Auftritt in der britischen Ausgabe von „The Masked Singer“. Dort trat er als Yak auf und lieferte eine Performance, die weniger auf Perfektion als auf Showeffekt setzte.

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Gerade dieser Kontrast wird zum Thema: Der Mann, der einst die bürgerliche Öffentlichkeit provozierte, nutzt nun eine große Samstagabend-Unterhaltungsshow. Das wirkt nicht wie ein Bruch, sondern wie eine Fortsetzung der alten Strategie mit neuen Mitteln: Aufmerksamkeit ist die Währung, die Lydon immer verstanden hat. Der Skandal hat sich verändert, die Mechanik dahinter nicht.

„Vor allem wegen des Geldes“: Lydons nüchterner Blick auf das Geschäft

Bemerkenswert offen fiel die Begründung aus, die in mehreren aktuellen Meldungen zitiert wird: Es sei um Spaß gegangen, aber vor allem um Geld. Das Honorar habe dabei geholfen, Vorhaben rund um Public Image Ltd zu finanzieren. In dieser Mischung aus Pragmatismus und demonstrativer Ehrlichkeit liegt ein Kern von Lydons öffentlicher Figur: Er behauptet nicht, Kunst entstehe im luftleeren Raum, sondern spricht das Ökonomische aus, das viele lieber kaschieren.

Auch das ist Punk in einer späten, entromantisierten Form: keine Pose der Reinheit, sondern die Behauptung, sich nicht verstellen zu müssen. Lydon präsentiert sich damit weniger als Nostalgie-Act, sondern als jemand, der das Musikgeschäft als Geschäft benennt – ohne sich dafür zu entschuldigen.

Sex Pistols ohne Lydon: Die Legende geht weiter, aber anders

Zum Bild des 70-Jährigen gehört auch, dass die Sex Pistols heute nicht mehr automatisch „seine“ Band sind. In der Rückschau gab es immer wieder Phasen von Reunion und Distanz. Inzwischen sind die Pistols in anderer Konstellation unterwegs, während Lydon seine Energie in PiL und eigene Bühnenformate lenkt.

Das ist mehr als eine Personalie: Es zeigt, wie sich Pop-Mythen verselbstständigen. Die Sex Pistols existieren als Symbol auch dann weiter, wenn zentrale Figuren fehlen. Lydon wiederum bleibt derjenige, der sich am wenigsten als Denkmal eignet, weil er seine eigene Vergangenheit nicht zuverlässig feiert, sondern sie je nach Anlass kommentiert, relativiert oder auch verwertet.

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Fazit

John Lydons 70. Geburtstag am 31. Januar 2026 ist weniger ein nostalgischer Meilenstein als ein aktueller Anlass, die erstaunliche Wandlungsfähigkeit einer Punk-Ikone zu betrachten. Zwischen Legendenstatus, kalkulierter Gegenrede und pragmatischer Unterhaltung zeigt sich ein Künstler, der den Widerspruch nicht auflöst, sondern kultiviert. Ausgerechnet darin liegt seine Kontinuität: nicht in der Wiederholung alter Parolen, sondern im demonstrativen Eigensinn, der sich jeder eindeutigen Vereinnahmung entzieht.

Quellen

https://www.onetz.de/deutschland-welt/punk-legende-sex-pistols-frontmann-john-lydon-70-id5286387.html

https://www.frankenpost.de/inhalt.sie-nannten-ihn-johnny-rotten-punk-legende-und-sex-pistols-frontmann-john-lydon-wird-70.682ea740-581b-49c8-92ec-ce08d1acac06.html

https://www.radiokw.de/artikel/punk-legende-und-sex-pistols-frontmann-john-lydon-wird-70-2561644

https://www.swyrl.tv/article/john-lydon-wird-70-das-wurde-aus-den-grossen-punk-ikonen

https://www.aol.com/articles/sex-pistols-john-lydon-reveals-190155079.html

Verfasst von Redaktion