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Öffentlicher Dienst: Warnstreiks in Kitas und Schulen fordern Gehaltserhöhung von mindestens 300 Euro

Bild: KI

Transparenzhinweis – Beitrag mit Unterstützung von KI erstellt

Die Tarifauseinandersetzung im öffentlichen Dienst der Länder spitzt sich kurz vor der nächsten Verhandlungsrunde zu. Für Mittwoch sind in Berlin und Brandenburg Warnstreiks angekündigt, die Kitas, Schulen und Behörden treffen können. Hintergrund ist der festgefahrene Konflikt zwischen Gewerkschaften und der Tarifgemeinschaft deutscher Länder (TdL): Nach zwei Runden liegt weiterhin kein konkretes Arbeitgeberangebot auf dem Tisch. Mit gezielten Arbeitsniederlegungen soll der Druck vor den Gesprächen in Potsdam steigen.

Worum es in der Tarifrunde der Länder geht

Die laufenden Verhandlungen betreffen den Tarifvertrag der Länder (TV‑L) und damit eine große Beschäftigtengruppe in Landesverwaltungen, an Hochschulen, in landesnahen Einrichtungen sowie in Bereichen wie Bildung und Betreuung. Im Zentrum steht die Forderung nach einem deutlichen Einkommensplus, das nach Darstellung der Gewerkschaften sowohl die Kaufkraft stabilisieren als auch den öffentlichen Dienst als Arbeitgeber konkurrenzfähiger machen soll.

Ver.di verlangt sieben Prozent mehr Gehalt, mindestens jedoch 300 Euro monatlich, um insbesondere die unteren Entgeltgruppen stärker zu entlasten. Zusätzlich geht es um Verbesserungen für Nachwuchskräfte und weitere Arbeitsbedingungen. Die bisherige Bilanz aus Gewerkschaftssicht: In den ersten beiden Gesprächsrunden sei kein verhandlungsfähiges Angebot vorgelegt worden, weshalb der Konflikt zunehmend auf die Straße verlagert werde.

Was am Mittwoch in Berlin und Brandenburg droht

Für Mittwoch, den 11. Februar 2026, sind ganztägige Warnstreiks angekündigt. In Berlin müssen Eltern und Beschäftigte mit Einschränkungen bis hin zu Schließungen in Kitas rechnen; auch Schulen und Bezirksämter können betroffen sein. Neben klassischen Verwaltungsbereichen sollen sich nach Gewerkschaftsangaben auch Tarifbeschäftigte aus sicherheitsnahen Bereichen wie Feuerwehr und Polizei (soweit nicht verbeamtet) an Aktionen beteiligen. Parallel sind in Brandenburg unter anderem Beschäftigte von Landesministerien und nachgeordneten Behörden zum Ausstand aufgerufen.

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Ein sichtbarer Schwerpunkt ist Potsdam: Dort ist ein Demonstrationszug am Vormittag geplant, der am Verhandlungsort in einer Abschlusskundgebung münden soll. Die Mobilisierung ist ausdrücklich als Signal an die Arbeitgeberseite angelegt, unmittelbar vor Beginn der dritten Verhandlungsrunde.

Dritte Runde in Potsdam: Warum jetzt der Druck steigt

Die dritte Verhandlungsrunde ist für den Zeitraum vom 11. bis 13. Februar 2026 in Potsdam terminiert. Genau an diesem Zeitpunkt setzt die Streikstrategie an: Warnstreiks kurz vor oder zum Auftakt von Gesprächen erhöhen erfahrungsgemäß die politische und organisatorische Kostenwahrnehmung auf Arbeitgeberseite. Für die Länder bedeutet jeder Ausfalltag zusätzliche Belastung in bereits angespannten Bereichen wie Verwaltung, Bildung und Betreuung.

Gleichzeitig markieren die Arbeitsniederlegungen eine Eskalationsstufe, ohne sofort in einen unbefristeten Streik zu münden. Warnstreiks bleiben zeitlich begrenzt, erzeugen aber hohe Sichtbarkeit. In der aktuellen Lage dient das auch dazu, die Erwartungshaltung zu unterstreichen, dass die TdL in Potsdam erstmals mit konkreten Zahlen in die Verhandlungen einsteigt.

Konfliktlinien: Entgelt, Attraktivität und Personalmangel

Inhaltlich kreist der Tarifkonflikt um zwei große Linien. Erstens um die Höhe der Entgelterhöhung und die Frage, wie stark untere Lohngruppen gezielt angehoben werden. Die Mindestforderung von 300 Euro ist dabei ein Hebel, um die prozentuale Erhöhung sozial zu „unterfüttern“.

Zweitens geht es um die Attraktivität des öffentlichen Dienstes der Länder, insbesondere in Bereichen mit Nachwuchsproblemen. Gewerkschaften argumentieren, dass ohne spürbare Verbesserungen die Gewinnung und Bindung von Fachkräften schwieriger werde. Arbeitgeber wiederum verweisen typischerweise auf Haushaltszwänge der Länder und auf die langfristigen Folgekosten, zumal Tarifergebnisse häufig auf Beamtinnen und Beamte sowie Versorgungsempfänger übertragen werden.

Fazit

Die Warnstreiks am 11. Februar 2026 sind ein klarer Versuch, die festgefahrenen Tarifgespräche im öffentlichen Dienst der Länder zu bewegen. Dass Aktionen in Kitas, Schulen und Behörden gebündelt werden und parallel eine Großkundgebung in Potsdam geplant ist, zeigt die strategische Ausrichtung auf die unmittelbar bevorstehende dritte Verhandlungsrunde. Ob daraus ein Durchbruch entsteht, hängt vor allem daran, ob die Arbeitgeberseite in Potsdam ein konkretes Angebot vorlegt und wie groß der Spielraum für einen Abschluss ist, der sowohl Entlastung als auch finanzielle Tragfähigkeit abbildet.

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Quellen

stern.de – „Tarifverhandlungen: Am Mittwoch Warnstreiks in Kitas, Schulen und Behörden“ (09.02.2026): https://www.stern.de/gesellschaft/regional/berlin-brandenburg/tarifverhandlungen–am-mittwoch-warnstreiks-in-kitas–schulen-und-behoerden-37119308.html

WELT – „Am Mittwoch Warnstreiks in Kitas, Schulen und Behörden“ (09.02.2026): https://www.welt.de/regionales/berlin/article6989af1ef443a013f3fe29d5/am-mittwoch-warnstreiks-in-kitas-schulen-und-behoerden.html

GEW Berlin – „Aufruf zum Warnstreik am 11. Februar 2026“ (03.02.2026): https://www.gew-berlin.de/aktuelles/detailseite/aufruf-zum-warnstreik-am-11-februar-2026

GdP Bundesvorstand – „Tarifrunde Länder 2025/2026“ (abgerufen 09.02.2026): https://www.gdp.de/bund/de/unsere-themen/tarif/tarifrunden/tarifrunde-laender-2025-2026

Presseportal (ver.di) – „Medien-Info: Tarifrunde öffentlicher Dienst …“ (abgerufen 09.02.2026): https://www.presseportal.de/pm/32403/6198108

Verfasst von Redaktion