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Kaum ist der erste Teil der vierten „Bridgerton“-Staffel am 29. Januar 2026 bei Netflix gestartet, kippt die Stimmung in Teilen des Publikums. Während die Serie lange als Garant für eskapistische Romantik, opulente Kostüme und ein kalkuliert modernes Spiel mit Historie galt, wird die neue Staffel in sozialen Medien und in ersten Rezensionen auffällig kontrovers diskutiert. Im Zentrum der Debatte steht weniger die Ausstattung als vielmehr die Frage, ob die neue Hauptromanze das hält, was „Bridgerton“ für viele ausmacht: spürbare Anziehung, prickelnde Spannung und ein Paar, das emotional trägt.
Worum es in Staffel 4 geht – und warum der Fokus diesmal anders wirkt
Staffel 4 rückt Benedict Bridgerton und Sophie Baek in den Mittelpunkt und orientiert sich an einer märchenhaften „Cinderella“-Konstellation. Der Auftakt setzt auf große Setpieces wie einen Maskenball und auf die Idee einer geheimnisvollen Begegnung, die Benedict aus seiner Rolle als charmanter Freigeist herausfordert. Gleichzeitig ist der Erzählrhythmus auffällig „slow burn“: Die Annäherung wird stärker über Blicke, Gespräche und soziale Hürden geführt als über direkte körperliche Eskalation.
Das ist eine bewusste Verschiebung innerhalb einer Reihe, die sich in den ersten Staffeln stark über das Zusammenspiel aus gesellschaftlichem Druck und sehr explizit inszenierter Leidenschaft definiert hat. Genau hier beginnt die Reibung mit den Erwartungen eines Teils der Fanbasis.
„Keine erotische Chemie“: Warum ausgerechnet das Knistern zum Streitpunkt wird
In den ersten Reaktionen wird häufig beklagt, dass sich zwischen Benedict und Sophie weniger unmittelbare Anziehung aufbaue als bei früheren Hauptpaaren. Diese Kritik taucht nicht nur als Bauchgefühl in Kommentarspalten auf, sondern spiegelt sich auch in professionellen Einordnungen wider, die der Romanze im bisherigen Verlauf von Teil 1 zu wenig „Prickeln“ attestieren.
Für einen Teil des Publikums ist das ein Problem, weil „Bridgerton“ als Marke stark über das Versprechen einer bestimmten Intensität funktioniert. Wenn die Leitromanze nicht als magnetisch wahrgenommen wird, geraten automatisch auch Nebenhandlungen, Humor und Intrigen unter Druck: Sie können dann weniger „mittragen“, weil das emotionale Zentrum nicht stabil genug wirkt.
Andere Stimmen deuten dieselbe Zurückhaltung jedoch als Rückbesinnung: weniger „Schockeffekt“ durch Sexszenen, mehr klassische Romantik, mehr Spannung über Statusunterschiede und die Frage, ob die Beziehung in dieser Welt überhaupt möglich ist. In dieser Lesart ist die geringere Körperlichkeit kein Mangel, sondern ein Stilwechsel.
Die Zahlenlage: Frühe Bewertungen verstärken die Erzählung vom Durchhänger
Zusätzliche Dynamik bekommt die Debatte durch frühe Aggregatwerte auf Bewertungsplattformen. Dort zeichnet sich in den ersten Tagen nach Veröffentlichung ein Bild ab, das von einem Teil der Medien als Warnsignal interpretiert wird: Die Zuschauerwertung liegt zeitweise unter den bisherigen Staffeln, während die Kritikerwertung vergleichsweise stabil bleibt. Solche Unterschiede sind nicht ungewöhnlich, wirken bei einer so publikumsgetriebenen Serie aber wie ein Verstärker für das Narrativ, dass „Bridgerton“ an Zugkraft verlieren könnte.
Gleichzeitig ist zu berücksichtigen, dass erst die Hälfte der Staffel verfügbar ist. Bei Split-Releases verschieben sich Bewertungen oft deutlich, sobald ein Handlungsbogen abgeschlossen ist und das Publikum das Gesamtbild statt nur des Aufbaus bewertet.
Split-Release als Stimmungstreiber: Warum Teil 1 härter beurteilt wird
Dass Netflix Staffel 4 in zwei Teilen veröffentlicht, sorgt zusätzlich für Frust. Wenn Teil 1 vor allem Exposition, Figurenpositionierung und das Setzen von Konflikten leistet, aber der emotionale „Payoff“ erst später kommt, entsteht leicht der Eindruck von Leerlauf. Gerade bei einer Serie, die traditionell über Eskalation und Höhepunkte definiert wird, kann ein bewusst langsamer Aufbau als „zu wenig“ gelesen werden.
Hinzu kommt: Split-Releases verändern das Diskussionsklima. Statt einer schnellen Gesamtwahrnehmung dominiert tagelang die Analyse einzelner Szenen, die Suche nach „Beweisen“ für fehlende Chemie oder die Gegenargumentation, warum genau diese Zurückhaltung passend sei. Die Serie wird so weniger als Romanze erlebt, sondern stärker als Streitfall.
Was Teil 2 entscheiden wird
Ob die vierte Staffel langfristig als Ausrutscher oder als gelungene Kurskorrektur wahrgenommen wird, hängt stark davon ab, wie Teil 2 die Beziehung emotional zuspitzt und ob die Inszenierung den Figuren mehr gemeinsame, unmissverständliche Momente gibt. Wenn die Romantik erst spät zündet, kann sich die anfängliche Skepsis in nachträgliche Zustimmung verwandeln. Bleibt das zentrale Paar jedoch weiterhin umstritten, dürfte die Staffel trotz opulenter Oberfläche als diejenige in Erinnerung bleiben, die das Kernversprechen der Reihe nicht für alle einlösen konnte.
Fazit
Die Kritik an „Bridgerton“ Staffel 4 entzündet sich weniger an Handlung oder Optik als an einer Erwartungsfrage: Soll die Serie vor allem „Spice“ liefern oder eine klassischere, langsamere Liebesgeschichte erzählen? Teil 1 hat sich erkennbar für Zurückhaltung entschieden – und damit eine Spaltung erzeugt, die durch frühe Ratings und die Veröffentlichung in zwei Teilen zusätzlich befeuert wird. Das letzte Wort fällt erst am 26. Februar 2026, wenn Teil 2 die Romanze abschließt und damit auch die Frage beantwortet, ob das vermisste Knistern nur aufgeschoben oder tatsächlich verloren ist.
Quellen
https://www.watson.de/unterhaltung/streaming/282723454-bridgerton-staffel-4-bei-netflix-erntet-ungewohnte-kritik
https://variety.com/2026/tv/reviews/bridgerton-season-4-part-1-review-1236638604/
https://www.rottentomatoes.com/tv/bridgerton/s04
https://www.forbes.com/sites/paultassi/2026/01/31/bridgerton-season-4-has-the-lowest-audience-score-of-the-series/
