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Der letzte Skisprung-Abend der Olympischen Winterspiele 2026 in Italien sollte eigentlich eine Premiere feiern: Erstmals stand bei Olympia das „Super Team“ auf dem Programm, ein neues Format mit nur zwei Springern pro Nation. Doch statt eines sportlichen Finales blieb vor allem ein Gefühl von Unfertigkeit – ausgelöst durch einen Abbruch im Schneesturm, der die Medaillenentscheidung auf eine Zwischenwertung reduzierte und im deutschen Lager heftige Kritik auslöste.
Als in Predazzo im Val di Fiemme der dritte und letzte Durchgang lief, verdichtete sich das Geschehen zu einem Krimi. Deutschland, vertreten durch Normalschanzen-Olympiasieger Philipp Raimund und Andreas Wellinger, befand sich mitten im Kampf um Bronze. Dann änderte sich innerhalb weniger Minuten alles: Heftiger Schneefall setzte ein, die Spur im Anlauf wurde langsamer, die Bedingungen wurden ungleich – und die Jury stoppte den Wettkampf. Kurze Zeit später folgte der endgültige Abbruch. Gewertet wurde der Stand nach zwei Durchgängen. Für das DSV-Duo bedeutete das Platz vier, nur 0,3 Punkte hinter Norwegen – umgerechnet rund 16 bis 17 Zentimeter.
Abbruch im dritten Durchgang: Als das Finale zum Provisorium wurde
Im Super-Team-Format springt jeder Athlet dreimal, die Summe entscheidet. Gerade dieses Format lebt von Dynamik, weil kleine Ausschläge im Wind oder ein gelungener Sprung sofort Rangverschiebungen bringen. In Predazzo zeigte sich das im dritten Durchgang besonders drastisch. Raimund setzte im Schneetreiben einen starken Sprung und brachte Deutschland zwischenzeitlich nach vorn. In einzelnen Live-Protokollen wurde die Szene als Moment beschrieben, in dem Deutschland kurzzeitig sogar auf Rang eins lag – allerdings waren zu diesem Zeitpunkt noch mehrere Nationen mit ihren Schlusssprüngen ausständig.
Die Unterbrechungen zogen sich, während der Schneefall intensiver wurde. Als die Jury schließlich abbrach, blieb ein Ergebnis stehen, das sportlich kaum als „ausgesprungenes“ Finale empfunden wurde: Österreich gewann Gold mit Jan Hörl und Stephan Embacher, Polen holte Silber, Norwegen Bronze. Deutschland blieb die undankbare Rolle des Vierten – und das Gefühl, dass der entscheidende Schlussakt fehlte.
Hüttels Vorwurf: „Schlichtweg unprofessionell“
Die schärfsten Worte kamen aus der DSV-Führung. Sportdirektor Horst Hüttel kritisierte die Entscheidung öffentlich und ungewöhnlich deutlich. Der Kern seiner Argumentation: Der Schneeschauer sei absehbar und kurz gewesen. Wetter-Apps hätten angezeigt, dass sich die Lage nach wenigen Minuten beruhigen würde. Hüttel sprach von fehlender „professioneller Besonnenheit“ und nannte das Vorgehen „schlichtweg unprofessionell“. Zusätzlich bemängelte er organisatorische Details rund um das Handling der Anlaufspur und den Ablauf während der langen Beratung.
Hinter der Empörung steckt mehr als nur die knapp verpasste Medaille. In einem olympischen Finale entscheidet nicht allein die Platzierung, sondern auch die Legitimation des Ergebnisses. Wenn am Ende eine Zwischenwertung als Endstand gilt, entsteht automatisch die Frage, ob die Bedingungen wirklich keine Alternative zuließen – oder ob man zu früh den Schlussstrich zog.
Die Gegenseite: Sicherheit, Fairness – und TV-Zeitdruck
Die Wettkampfleitung und FIS-Verantwortliche verwiesen dagegen auf die Unmöglichkeit eines fairen Weiterfliegens in diesem Moment. Bei starkem, nassem Schneefall verliert die Spur im Anlauf Tempo; kleinste Unterschiede können Sprünge massiv verzerren. Zudem wurde als zusätzlicher Faktor ein enger Zeitrahmen genannt – unter anderem durch begrenzte TV-Sendezeiten. Genau dieser Punkt macht den Konflikt so brisant: Wenn sportliche Entscheidungen mit externen Zwängen kollidieren, wirkt selbst eine regelkonforme Maßnahme politisch.
Unterm Strich standen sich zwei Deutungen gegenüber: Die eine sieht einen notwendigen Sicherheits- und Fairnessentscheid in einer Wettersituation, die keine Gleichbehandlung mehr zuließ. Die andere erkennt einen vorschnellen Abbruch, obwohl ein kurzes Abwarten oder eine andere Lösung möglich gewesen wäre.
Ein bitterer Schlusspunkt für die DSV-Skispringer
Für Raimund und Wellinger war es ein Abend, der die Ambivalenz dieser Spiele spiegelte. Raimund reist mit olympischem Gold von der Normalschanze ab – ein Triumph, der zuvor kaum prognostiziert wurde. Gleichzeitig endet der Olympia-Auftritt der deutschen Skispringer im Teamformat mit Frust, weil die entscheidenden Sprünge im wichtigsten Moment nicht mehr stattfinden. Dass am Ende 0,3 Punkte fehlen, macht die Geschichte noch schmerzhafter: Es ist die Art Abstand, die normalerweise in einem letzten Durchgang noch einmal komplett kippen kann.
Fazit
Der Abbruch von Predazzo wird als Beispiel dafür bleiben, wie schnell ein olympisches Finale aus dem sportlichen Rhythmus geraten kann. Das neue Super-Team-Format hätte eine Werbung für Spannung sein können – stattdessen geriet es zur Debatte über Abläufe, Entscheidungsfindung und äußere Zwänge. Für Deutschland blieb ein vierter Platz, der sich weniger wie „verloren“ anfühlt als wie „abgeschnitten“. Und genau deshalb hallt dieser Abend nach: nicht wegen eines Fehlers im Sprung, sondern wegen eines Endes, das keines war.
Quellen
https://www.n-tv.de/sport/olympia/DSV-Boss-Huettel-stocksauer-nach-Skisprung-Abbruch-id30370249.html
https://www.zdfheute.de/sport/olympia-2026-winterspiele-news-liveticker-124.html
https://www.zdfheute.de/sport/olympia-2026-raimund-wellinger-super-team-vierter-platz-100.html
https://www.welt.de/sport/olympia/article69836b668e80b703b0c2971f/olympia-live-bitterer-deutscher-abend-nolte-fehlen-0-04-sekunden-skispringern-0-3-punkte.html
https://www.kicker.de/abbruch-nach-wetter-chaos-deutsche-skispringer-verpassen-hauchduenn-bronze-1194166/artikel
