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Kretschmar kritisiert Gíslasons umstrittene Taktik vor entscheidendem EM-Spiel gegen Frankreich

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Am Tag des großen EM-Showdowns gegen Frankreich wird die deutsche Handball-Nationalmannschaft nicht nur sportlich bewertet, sondern auch taktisch seziert. Auslöser ist eine Personal- und Belastungsentscheidung von Bundestrainer Alfred Gíslason, die nach der Niederlage gegen Dänemark eine Debatte entfacht hat: War die Rotation mutig, notwendig – oder ein unnötiges Risiko? Während Deutschland für den Halbfinaleinzug rechnerisch noch im Vorteil ist, wächst das Gefühl, dass sich die Mannschaft in ein selbst geschaffenes Endspiel manövriert hat. Und in dieses Endspiel geht sie nun mit verändertem Kader, angeschlagenen Nerven und einer auffällig lauten Expertenkulisse.

Gíslasons Rotation als Zündfunke einer Grundsatzdebatte

Im Zentrum der Diskussion steht die Entscheidung, im Spiel gegen Dänemark auf zentrale Kräfte zu verzichten beziehungsweise die Belastung einzelner Leistungsträger zu steuern. Die Argumentation dahinter ist nachvollziehbar: Ein EM-Turnier verlangt enorme Intensität, kleine muskuläre Probleme können in wenigen Tagen zu Ausfällen werden. Genau dieses Risiko wollte Gíslason nach eigener Logik minimieren.

Gleichzeitig hat die Maßnahme eine strategische Nebenwirkung, die sich nun rächt: Durch die Niederlage wurde der erste „Matchball“ auf dem Weg ins Halbfinale vergeben. Was zuvor wie ein kontrolliertes Turniermanagement aussehen konnte, wird in der Rückschau als Wagnis interpretiert, das den Druck auf das entscheidende Duell gegen Frankreich maximiert.

Kretschmar nennt die Strategie „grotesk“ – und trifft einen Nerv

Besonders scharf fällt die öffentliche Bewertung von Stefan Kretzschmar aus. Der frühere Nationalspieler und heutige TV-Experte kritisiert die Herangehensweise als widersprüchlich: Einerseits sei das Schonungsprinzip verständlich, andererseits wirke es „grotesk“, ausgerechnet gegen einen Gegner wie Dänemark personell zu experimentieren und damit bewusst ein Szenario zu riskieren, in dem alles an einem Spiel hängt.

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Hinter der Wortwahl steckt mehr als bloße Empörung. Kretzschmar formuliert eine klassische Turnierfrage: Darf ein Trainer kurzfristige Leistungsmaximierung zugunsten langfristiger Belastungssteuerung opfern – selbst dann, wenn ein einziges schlechtes Spiel die gesamte Planung kippt? Die Antwort darauf hängt weniger von medizinischen Daten ab als von der Turnierkonstellation. Und genau die ist nun knifflig.

Die Ausgangslage: Vorteil Deutschland, aber kein Sicherheitsnetz

Sportlich ist die Situation klar umrissen. Deutschland geht mit einem Punktevorteil in das letzte Hauptrundenspiel und benötigt mindestens ein Unentschieden, um sicher ins Halbfinale einzuziehen. Frankreich hingegen steht unter Zugzwang. Dass die Partie dennoch als „Endspiel“ wahrgenommen wird, liegt an der Fallhöhe: Eine Niederlage würde die Medaillenhoffnung abrupt in ein Spiel um Platz fünf umlenken.

Das macht die Begegnung zu einem Duell, in dem Nervenstärke und Spielkontrolle fast wichtiger erscheinen als spektakuläre Einzelaktionen. Gerade gegen Frankreich, dessen Abwehrverbund traditionell körperlich und taktisch extrem stabil agiert, kann ein hektischer Spielverlauf schnell kippen.

Der Kader gegen Frankreich: Rückkehr der Stamm-Außen, neue Streichliste

Die Personalentscheidungen für das Frankreich-Spiel wirken wie eine direkte Reaktion auf die Debatte. Lukas Zerbe und Lukas Mertens kehren in den Spieltagskader zurück, nachdem sie gegen Dänemark pausiert hatten. Damit setzt Gíslason im entscheidenden Moment wieder auf eingespielte Abläufe über die Außenpositionen – ein Bereich, der in Turnierspielen häufig über Effizienz im Abschluss und über Tempo im Gegenstoß entscheidet.

Gleichzeitig fehlen andere Akteure: Rune Dahmke ist diesmal nicht im Kader, zudem ist Tom Kiesler nicht spielfähig. Der Wechsel zeigt, wie eng die Gratwanderung zwischen Regeneration, Form und taktischer Priorität ist. Gíslason muss nicht nur die beste Aufstellung finden, sondern auch diejenige, die physisch durchhält und mental stabil bleibt.

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Was gegen Frankreich entscheidend werden dürfte

Gegen Frankreich wird Deutschland kaum über 60 Minuten mit reinem Tempo gewinnen können. Wahrscheinlicher ist ein Spiel, in dem die deutsche Defensive den Rhythmus vorgeben muss, um Frankreichs Umschaltmomente zu begrenzen. Im Angriff wird es darauf ankommen, Überzahlsituationen sauber auszuspielen und technische Fehler zu minimieren. Gerade in Phasen, in denen die Partie zu kippen droht, entscheidet Präzision mehr als Mut.

Die Debatte um Rotation und „Strategie“ schwingt dabei immer mit. Denn jede schwache Phase wird automatisch als Beleg gegen das Turniermanagement gelesen, jede stabile Sequenz als Beweis, dass die Schonung vielleicht doch die nötige Frische gebracht hat. Das Spiel wird damit auch zur nachträglichen Abstimmung über Gíslasons Entscheidungen.

Fazit

Das Duell gegen Frankreich ist sportlich ein Halbfinal-Filter und emotional ein Stresstest für die deutsche Turnierführung. Die Kritik von Stefan Kretzschmar hat die Diskussion zugespitzt, weil sie einen wunden Punkt trifft: In K.o.-nahen Situationen wirken kalkulierte Risiken schnell wie unnötige Provokationen des Schicksals. Nun muss Deutschland liefern – mit zurückgeholten Stammkräften, veränderter Rotation und dem Wissen, dass ein Remis reicht, aber ein schwacher Tag alles kosten kann.

Quellen

t-online: https://www.t-online.de/sport/mehr-sport/handball/handball-em/id_101104466/handball-em-deutschland-spielt-gegen-frankreich-ohne-kiesler-und-dahmke.html

n-tv: https://www.n-tv.de/sport/Bundestrainer-sorgt-fuer-EM-Sensation-und-riskiert-damit-viel-id30291801.html

SPORT1: https://www.sport1.de/news/handball/em/2026/01/dhb-team-wieder-mit-mertens-und-zerbe-pause-fur-dahmke-und-kiesler

Sport Bild (BILD): https://sportbild.bild.de/sportmix/handball/handball-em-kretschmar-uebt-kritik-an-gislasons-grotesker-strategie-697a221222446308a2435ff0

WEB.DE (SID): https://web.de/magazine/sport/handball/em/handball-em-dhb-team-verpasst-vorzeitigen-halbfinaleinzug-41828506

Verfasst von Redaktion