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Fußball WM 2026: Warum das Turnier in Nordamerika vieles verändern könnte

Die Fußball-Weltmeisterschaft 2026 steht schon jetzt für einen tiefgreifenden Wandel im internationalen Fußball. Foto: ©bhein / stock adobe

Die Fußball-Weltmeisterschaft 2026 steht schon jetzt für einen tiefgreifenden Wandel im internationalen Fußball – organisatorisch, wirtschaftlich und sportlich. Erstmals wird eine WM von drei Gastgeberländern gemeinsam ausgetragen, zugleich wächst das Teilnehmerfeld von bislang 32 auf 48 Nationalmannschaften an.

Die FIFA verfolgt damit das Ziel, den Wettbewerb globaler und repräsentativer zu gestalten. Gleichzeitig wächst die Skepsis, ob ein Turnier dieser Größe sportlich noch die gleiche Intensität entfalten kann wie frühere Weltmeisterschaften.

Die Dimensionen des Wettbewerbs sind enorm. Insgesamt sollen 104 Spiele ausgetragen werden, verteilt auf 16 Austragungsorte in Nordamerika. Gespielt wird unter anderem in Mexiko-Stadt, Los Angeles, Toronto und New York.

Durch das neue Format wird die Endrunde deutlich länger dauern als bisher. Die Teams treten zunächst in zwölf Gruppen mit jeweils vier Mannschaften an. Danach qualifizieren sich nicht nur die Gruppensieger und Zweitplatzierten für die K.-o.-Runde, sondern auch die besten Gruppendritten. Damit entsteht erstmals ein Sechzehntelfinale bei einer Fußball-WM.

Gerade für europäische Nationalmannschaften könnte das neue Modell zusätzliche Herausforderungen und Auswirkungen auf die WM Ergebnisse mit sich bringen. Die Belastung der Spieler nimmt weiter zu, während nationale Ligen und internationale Klubwettbewerbe bereits heute eng getaktet sind. Gleichzeitig argumentiert die FIFA, dass die Erweiterung kleineren Fußballnationen neue Möglichkeiten eröffnet. Europa stellt künftig 16 Teilnehmer, Afrika erhält neun feste Startplätze, Asien acht.

Die vergangenen Turniere haben bereits gezeigt, dass traditionelle Favoriten längst nicht mehr automatisch dominieren. Zwar gewann Argentinien 2022 den Titel in Katar, doch gleichzeitig sorgten Außenseiter für neue Dynamik. Marokko erreichte als erstes afrikanisches Team das Halbfinale einer Weltmeisterschaft, Kroatien etablierte sich erneut in der Spitzengruppe des internationalen Fußballs. Die WM 2026 könnte diese Entwicklung weiter verstärken, weil mehr Mannschaften die Chance erhalten, sich auf der größten Bühne des Sports zu präsentieren.

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Dennoch bleibt der Kreis der Titelkandidaten überschaubar. Argentinien zählt trotz personeller Veränderungen weiterhin zu den stärksten Mannschaften der Welt. Der Erfolg der vergangenen Jahre beruhte nicht ausschließlich auf Einzelspielern, sondern vor allem auf taktischer Stabilität und einer klaren Struktur innerhalb des Teams.

Frankreich verfügt weiterhin über außergewöhnliche Qualität und Tiefe im Kader. Kaum eine Nationalmannschaft kann Ausfälle ähnlich gut kompensieren. Entscheidend wird allerdings sein, wie erfolgreich der laufende personelle Umbruch gestaltet werden kann. Auch Brasilien gehört erneut zum erweiterten Favoritenkreis. Die individuelle Klasse in der Offensive ist weiterhin außergewöhnlich hoch, gleichzeitig offenbarte die Seleção zuletzt wiederholt Schwächen in entscheidenden K.-o.-Spielen. Vor allem die Balance zwischen Offensive und Defensive bleibt ein zentrales Thema.

England wiederum hat sich unter Gareth Southgate über mehrere Jahre hinweg stabilisiert und verfügt inzwischen über eine erfahrene Mannschaft. Spanien hat nach Jahren des Übergangs ebenfalls zurück zu einer klaren spielerischen Linie gefunden. Besonders im Mittelfeld besitzt die Mannschaft erneut enorme technische Qualität und Spielkontrolle.

Für die deutsche Nationalmannschaft bleibt die Ausgangslage vor der WM 2026 schwer einzuschätzen. Nach mehreren enttäuschenden Turnieren wirkte das Team über Jahre instabil und ohne klare sportliche Richtung. Erst während der Heim-Europameisterschaft 2024 waren wieder Fortschritte erkennbar. Bundestrainer Julian Nagelsmann gelang es, der Mannschaft mehr Flexibilität und Geschlossenheit zu verleihen.

Ob Deutschland damit bereits wieder zur Weltspitze gehört, bleibt allerdings offen. Vor allem offensiv verfügt die Mannschaft mit Spielern wie Jamal Musiala und Florian Wirtz über außergewöhnliches Potenzial. Beide stehen exemplarisch für eine technisch starke Generation junger deutscher Nationalspieler.

Gleichzeitig bestehen weiterhin Probleme in einigen zentralen Bereichen. Auf der Mittelstürmerposition fehlt derzeit eine dauerhaft überzeugende Lösung, zudem zeigte sich die Defensive gegen hochklassige Gegner zuletzt nicht immer stabil genug. Auch die Torhüterfrage ist weiterhin nicht vollständig geklärt. Manuel Neuer hatte seine Laufbahn im Nationalteam eigentlich beendet, zuletzt gab es jedoch erneut Diskussionen über eine mögliche Rückkehr. Eine endgültige Entscheidung scheint bislang nicht gefallen zu sein.

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Für Deutschland dürfte deshalb vor allem die mannschaftliche Geschlossenheit entscheidend werden. Nagelsmann setzt auf variables Pressing und flexible Spielsysteme mit viel Ballbesitz. Das größere Teilnehmerfeld könnte der deutschen Mannschaft zusätzlich entgegenkommen, weil frühe Ausrutscher in der Gruppenphase weniger gravierende Folgen hätten als bei früheren Turnieren.

Gleichzeitig verlangt die längere Turnierdauer einen breiten und körperlich belastbaren Kader. Gerade diese Tiefe könnte am Ende darüber entscheiden, welche Mannschaften in Nordamerika tatsächlich bis ins Finale vorstoßen.

Verfasst von Redaktion